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Archive für Dezember 2008
Was ist eigentlich Spiro ergo metrie?
21.12.2008 von lueder.
Konrad aus Kirchtimke klärt Euch auf:
Individuelle Leistungsdiagnostik per Spiroergometrie
Nur eine individuelle Leistungsdiagnostik erlaubt eindeutige Empfehlungen, mit welcher Intensität eine Person trainieren sollte. Pauschale Ratschläge wie „Trainiere bei einem Puls von 130“, „Rechne Deinen Trainingsbereich mit der Altersformel aus“ oder „Ziehe Dein Lebensalter von 180 ab und Du hast Deinen Trainingspuls“ hört man immer wieder und überall. Sie sind zwar hilfreicher als ein völlig orientierungsloses Training. An exakte Informationen gelangt man aber nur durch eine gut durchgeführte individuelle Leistungsdiagnostik!
Wie läuft eine Leistungsdiagnostik ab?
Im Folgenden wird eine Leistungsdiagnostik in Form eines „submaximalen Stufentests und der Messung der Atemgase (Spiroergometrie)“ beschrieben. Die Testperson absolviert einen Leistungstest auf einem Laufband oder einem Fahrradergometer, nachdem zuvor ein ausführliches Gespräch zu sportlichen Erfahrungen, zum aktuellen Gesundheitszustand und zu der individuellen sportlichen Zielsetzung geführt wurde. Grundsätzlich muss jede Testperson zum Zeitpunkt des Tests vollständig gesund und belastbar sein und einige Kleinigkeiten zum aktuellen Training und zur Ernährung vor dem Test beachten.
Die Belastung wird in Stufenform gleichmäßig gesteigert und die dabei vorhandene Herzfrequenz und Geschwindigkeit (Laufband), beziehungsweise Watt-Leistung (Fahrrad) im Testprotokoll gespeichert. Außerdem wird jeder Atemzug während des Tests aufgenommen und gemessen. Dies ist die einzige Methode, um während einer Belastung den genauen Energiebedarf und den Energiestoffwechsel zu definieren. Es wird also genau festgehalten, wie viele Kohlenhydrate und wie viel Fett verbrannt werden. Anhand dieser Daten und deren Verläufe werden die verschiedenen Trainingsbereiche festgelegt. Diese Trainingsbereiche sind für ein gezieltes Ausdauertraining unbedingt notwendig. Eine maximale Ausbelastung während des Tests ist bei einer Diagnostik per Spiroergometrie nicht erforderlich, da schon vorher die Trainingsbereiche feststehen. Eine maximale Ausbelastung wird dann durchgeführt, wenn die maximale Sauerstoffaufnahme bestimmt werden soll. Dies ist ein Wert, der in der Sportwissenschaft als Bruttokriterium der Ausdauerleistungsfähigkeit gilt.
Die Sauerstoffversorgung der arbeitenden Muskulatur ist die wichtigste Einflußgröße auf den Verlauf des Energiestoffwechsels. Je effizienter diese Sauerstoffversorgung funktioniert, desto besser. Die Sauerstoffaufnahmefähigkeit lässt sich nur durch regelmäßiges Ausdauertraining (3 bis 4 mal pro Woche 45 bis 90 Minuten) in der richtigen Intensität optimieren.
Hauptziel einer Leistungsdiagnostik
Das Hauptziel einer Ausdauerleistungsdiagnostik für Gesundheitssportler besteht darin, eine Aussage darüber treffen zu können, bei welcher Intensität trainiert werden sollte, um ein stabiles Grundlagenausdauer-Fundament zu schaffen, beziehungsweise es zu verbessern. Grundlagenausdauertraining ist Training, bei dem immer mehr als genügend Sauerstoff zur Verfügung steht und dadurch vor allem Fett verbrannt werden kann. Nur so kann der Fettstoffwechsel optimal aktiviert werden, denn ohne genügend Sauerstoff funktioniert der Oxidationsvorgang „Fettverbrennung“ ganz einfach nicht. Die gefühlte Anstrengung ist hierbei meist gering bis mittelmäßig.
Wichtig: Egal welchen Trainingszustand man hat – das Grundlagentraining bleibt immer der wichtigste Trainingsbereich!
Training nach Gefühl?
Beim Training ist zu unterscheiden zwischen der äußeren Belastung und der inneren Beanspruchung, also zwischen dem Belastungsempfinden und der physiologisch tatsächlich vorhandenen Beanspruchung. Wie aus zahlreichen Studien und Erfahrungen von Spitzensportlern eindeutig hervorgeht, weichen diese beiden Aspekte häufig voneinander ab – ein Beweis dafür, dass Training „nach Gefühl“ oftmals viel zu ungenau ist. Durch eine spiroergometrische Messung wird eine exakte Aussage zur tatsächlichen Beanspruchung möglich.
Training nach Herzfrequenz
Die Herzfrequenz (HF) ist ein leicht anwendbarer Parameter zur Überprüfung der Trainingsintensität und ein unverzichtbares Hilfsmittel bei der Trainingssteuerung! Die HF allein ist aber zu wenig aussagefähig, um wirklich bestimmen zu können, welche Wirkung aus dem gerade praktizierten Training folgt. Selbst bei Personen gleichen Alters, gleichen Geschlechts und gleichem Trainingszustand, kann die Höhe der HF bei identischem Belastungsempfinden sehr stark variieren.
Ein Beispiel: Zwei 40jährige gesunde Männer mit gleichem „Fitnesslevel“ laufen nebeneinander her und haben beide das Gefühl, dass sie locker unterwegs sind. Der eine hat eine HF von 120, der andere von 140. Trotz der Differenz von 20 Schlägen, kann es sein, dass beide im selben Trainingsbereich unterwegs sind und eine identische Trainingswirkung erzielen.
Absolute HF-Werte haben also im direkten Vergleich oftmals keine qualitative Aussagekraft. Durch eine Leistungsdiagnostik kann man die HF ins Verhältnis zum individuellen Energiestoffwechsel setzen, und hat somit eine genaue Orientierung und Steuerungsmöglichkeit für einen optimalen Trainingsaufbau.
Lassen Sie es darauf ankommen
Egal, ob Sie schon jahrelang Sport treiben, ob Sie abnehmen möchten oder ob Sie jetzt mit dem Training beginnen möchten – lassen sie eine individuelle Leistungsdiagnostik durchführen und erfahren Sie, ob Sie bisher richtig trainiert haben, ob Sie Ihr Training umstellen sollten, wie Sie trainieren müssen, um optimal und gesundheitsförderlich Gewicht zu verlieren (hier ist zusätzlich natürlich die Ernährung zu beachten) und wie Sie Ihr Training von Beginn an aufbauen sollten.

Diplom Sportwissenschaftler
Konrad Lange
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diagnostik | beratung | training
im Sport des dritten Jahrtausends
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